Ein Jahrzehnt: Worauf ich stolz bin

Zehn Jahre ist es schon her, seitdem ich beschlossen habe, Segeln zu lernen. Also um genauer zu sein, den SBF See und Binnen zu machen. „Was willst du denn damit machen?“ hat mich bei einer der viel zu zahlreichen Trauerfeiern in meiner Familie meine Tante gefragt. Meine Antwort „Weiß ich noch nicht. Vermutlich Segeln“ hat sie allerdings nicht ganz überzeugt.

Viel erreicht

So zurückblickend hatte ich damals wirklich keinen richtigen Plan. Nur ein wenig Sehnsucht. Ich wollte einfach aufs Wasser. Das habe ich wohl geschafft. 2016 die Scheine gemacht, 2019 das Boot gekauft. Dank Corona vom Büro ins Homeoffice ins Boatoffice und dann einfach losgesegelt. Von den Niederlanden, um die Iberische Halbinseln ins Mittelmeer und wieder zurück an die Algarve. Zwischendurch ein Boot aus der Karibik ans spanische Festland begleitet.

Gudrun-Calligaro-Preis, Interview in der Yacht, Kurzgeschichte in „in Seenot“. Ein bisschen Instagram, Youtube, Facebook und diesen Blog, alle mit okayischer Reichweite, für jemanden, der seine Brötchen mit ganz was anderem verdient.

Könnte man sich was drauf einbilden. Es gibt aber nur diese eine Sache, auf die ich wirklich stolz bin. Für die ich leidenschaftlich brenne und die mir mehr als alles andere am Herzen liegt. Das sind die Sailing Sisters.

Eigenverantwortung

Den Unterhalt des Bootes verdiene ich damit, dass ich Organisationen (egal ob Konzern, Behörde oder Mittelstand) dabei unterstütze, sich agiler aufzustellen. Das bedeutet unter anderem, gut mit von außen einwirkenden Veränderungen umgehen zu können. Erreichen kann man das, in dem man die Teams, die die Nüsse zu knacken haben, selbstorganisiert und eigenverantwortlich aufstellt und Führungskräften echte Delegation ermöglicht. Kurzgesagt: Ich bringe Organisationen Segeln bei.

Die Sailing Sisters sind nun die Verkörperung meines Traumes, dass wir segelnden Frauen uns selbst organisieren und eigenverantwortlich darum kümmern, jeweils das zu bekommen, was wir seglerisch gerade brauchen. Sei es die Antwort auf eine Frage oder moralische Unterstützung. Weil bedauerlicherweise im deutschsprachigen Raum echt viele Typen mit AWS unterwegs sind, braucht es einen Raum, wo man diese Bedürfnisse befriedigen kann, ohne gleich väterlich, um nicht zu sagen oberlehrerhaft, belehrt zu werden.

Bei unseren monatlichen Treffen über Zoom erreichen wir das. Und weil wir einfach großartig sind und verstanden haben, dass Wissen zu teilen einen nicht ärmer, sondern reicher macht, werden bei uns Fragen beantwortet und Unterstützung geboten. Ganz ohne zu tadeln, zu belehren oder es besser zu wissen. Sondern empathisch, respektvoll und mit ganz vielen Perspektivwechseln.

Wir sind berühmt

Scheinbar hat sich das rumgesprochen, denn vor kurzen erreichte mich eine Mail von einer waschechten Olympiamedaillen-Gewinnerin bezüglich der Sailing Sisters. Da ich gleich drohe, vor Stolz zu platzen und das hier im ICE eine eklige Sauerei gäbe, haue ich es jetzt einfach raus: Ich habe die wahnsinnig große Ehre, am 08. September niemand geringeres als Sanni Beucke bei unserem Open Space als besonderen Gast interviewen zu dürfen!

SO nämlich!

Wenn du dabei sein willst, melde dich gerne an. Wie immer ist alles kostenlos, Zugangsdaten gibt es automatisch nach Anmeldung und die findest du unter sailingsisters.org (Jungs dürfen die Info gerne weiterleiten).

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